LEITFADEN · MODELABEL GRÜNDEN

Eigene Modemarke gründen: Leitfaden in 8 Schritten

Von der Idee bis zur ersten Nachbestellung.

Sie möchten eine eigene Modemarke gründen, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Dieser Leitfaden führt Sie in acht Schritten von der Positionierung über Tech Pack und Muster bis zur Produktion – inklusive der rechtlichen Punkte, die Sie in Deutschland kennen sollten. Geschrieben von Fabrickly, einem dänischen Bekleidungshersteller, der Marken ab 50 Stück pro Modell produziert.

8
SCHRITTE
50 Stk.
ERSTE SERIE
7 Tage
TECH PACK
AQL 2.5
ENDKONTROLLE
ÜBERBLICK

Eigene Modemarke gründen: die 8 Schritte im Überblick

Ob Streetwear-Label oder eigene Kleidungsmarke für Basics – die Reihenfolge ist kein Dogma, verhindert aber die teuersten Fehler. Die Tabelle zeigt, was in jedem Schritt zu tun ist und woran Gründungen häufig scheitern.

SchrittWas zu tun istTypische Fehler
1. Zielgruppe & PositionierungKundschaft, Preisniveau und Markenversprechen definieren„Mode für alle“ – ohne klare Zielgruppe
2. Kollektion klein planenWenige Kernteile in wenigen Farben auswählenZu viele Modelle und Farben auf einmal
3. Tech Pack erstellenMaße, Materialien und Verarbeitung festlegenNur ein Moodboard an die Fabrik schicken
4. Hersteller & MusterAngebote vergleichen, Muster prüfen und freigebenSerie ohne freigegebenes Produktionsmuster starten
5. RechtlichesGewerbe, Marke, Etiketten, Verpackung, ProduktsicherheitTextilkennzeichnung und Verpackungsregister vergessen
6. Kosten planenAlle Kostentreiber bis zum Verkaufspreis kalkulierenNur den Stückpreis der Fabrik betrachten
7. Produktion & QKSerie begleiten, Endkontrolle einplanenWare ungeprüft annehmen
8. Launch & NachbestellungVerkaufen, auswerten, Bestseller nachbestellenDie Nachbestellung nicht mitdenken
SCHRITT 1–2

Modelabel gründen: Zielgruppe festlegen und klein anfangen

Bevor Sie über Stoffe sprechen, sollten zwei Fragen beantwortet sein: Für wen machen Sie Kleidung – und mit welchen Teilen starten Sie?

1. Zielgruppe & Positionierung

Beschreiben Sie Ihre Kundschaft so konkret wie möglich: Alter, Stil, Preisbereitschaft, Kanäle. Schauen Sie sich an, was vergleichbare Marken anbieten und wo Ihre Lücke liegt. Daraus ergeben sich Preisniveau, Stoffqualität und Bildsprache.

2. Kollektion klein planen

Starten Sie mit wenigen Kernteilen, die Ihre Marke tragen, statt mit einer vollen Kollektion. Ein gut sitzender Hoodie in zwei Farben sagt mehr über Ihre Marke als zehn halbherzige Modelle. Mit einer Mindestmenge von 50 Stück pro Modell bleibt das Risiko überschaubar.

Mehr zu kleinen Serien: Mindestbestellmenge Kleidung.

SCHRITT 3–4

Tech Pack erstellen, Hersteller finden, Muster freigeben

Jetzt wird aus der Idee ein fertigungsreifes Produkt.

3. Tech Pack erstellen

Das Tech Pack ist die Bauanleitung für die Fabrik: technische Zeichnungen, Materialliste, Verarbeitung, Maßtabelle mit Gradierung, Farbvarianten, Pflege und Verpackung. Ein gutes Tech Pack ist herstellerunabhängig, jede kompetente Fabrik kann danach kalkulieren. Wir liefern es in 7 Tagen, als Adobe-Illustrator-Datei und druckfertiges PDF.

4. Hersteller finden & Muster

Vergleichen Sie Angebote anhand derselben Unterlagen und fragen Sie nach Audits, Mindestmengen und Qualitätskontrolle. Danach folgen Erstmuster, Passformkorrekturen, Salesman Sample (SMS) und Produktionsmuster (PPS) im Originalstoff. Die Serie sollte nie ohne freigegebenes PPS starten. Mit 3D-Musterung können Sie Entwürfe vorab am Bildschirm abnehmen.

Kein Tech Pack? Tech-Pack-Erstellung (Englisch).

SCHRITT 5

Rechtliches: Was Sie in Deutschland beachten sollten

Die folgenden Punkte betreffen die meisten Modemarken, die in Deutschland an Endkundinnen und Endkunden verkaufen.

  • Gewerbeanmeldung: Wer regelmäßig mit Gewinnabsicht Kleidung verkauft, meldet in der Regel ein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an. Zusätzlich reichen Sie beim Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ein, elektronisch über ELSTER.
  • Markenanmeldung: Nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert. Eine deutsche Marke melden Sie beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) an, eine EU-weite Unionsmarke beim EUIPO.
  • Textilkennzeichnung: Nach der EU-Verordnung 1007/2011 muss die Faserzusammensetzung mit den vorgeschriebenen Faserbezeichnungen auf Deutsch angegeben sein, wenn Sie in Deutschland verkaufen. Pflegesymbole sind freiwillig, aber üblich.
  • Verpackungsgesetz: Wer Versandverpackungen an Privatkunden in Verkehr bringt, muss sich vor dem ersten Verkauf im Verpackungsregister LUCID der Zentralen Stelle Verpackungsregister registrieren und die Verpackungen bei einem dualen System lizenzieren (Systembeteiligung).
  • Produktsicherheit: Seit dem 13.12.2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR). Am Produkt, oder wenn das nicht möglich ist, auf der Verpackung oder einem Begleitdokument, müssen unter anderem Name und Post- sowie elektronische Adresse des Herstellers bzw. des verantwortlichen Wirtschaftsakteurs stehen, dazu eine Kennnummer wie Artikel- oder Chargennummer. Auch im Onlineshop sind diese Angaben nötig.

Hinweis: Dieser Abschnitt bietet einen allgemeinen Überblick und ist keine Rechtsberatung – lassen Sie Ihre konkrete Situation im Zweifel von einer Fachperson prüfen.

SCHRITT 6

Kosten planen: die wichtigsten Kostentreiber

Der Stückpreis der Fabrik ist nur ein Teil Ihrer Kalkulation. Diese Faktoren bestimmen, was ein Teil Sie am Ende wirklich kostet:

Stoff & Zutaten

Qualität, Grammatur, Lager- oder Sonderfarbe, Reißverschlüsse und Bündchen.

Verarbeitung

Anzahl der Nähte und Arbeitsschritte, Details wie Taschen oder Kapuzenkonstruktion.

Veredelung

Druckart, Zahl der Druckfarben und Positionen, Stickerei, Waschungen.

Stückzahl

Einrichtung und Musterung verteilen sich auf mehr oder weniger Teile.

Branding & Verpackung

Webetiketten, Pflegeetiketten, Hangtags und Versandverpackung.

Lieferung & Abgaben

Fracht, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer – bei DDP-Lieferung im Angebot enthalten.

Für die Produktion erhalten Sie innerhalb eines Werktags ein aufgeschlüsseltes Angebot. Planen Sie zusätzlich Fotos, Shop, Marketing und einen Puffer ein.

SCHRITT 7

Produktion und Qualitätskontrolle

Nach der Freigabe des Produktionsmusters beginnt die Serie. Bei Fabrickly läuft sie bei auditierten Partnern in Bangladesch und China (Sedex, BSCI), mit Standardstoffen nach OEKO-TEX Standard 100 und GOTS-Bio-Baumwolle auf Anfrage.

  • Laufende Qualitätskontrolle während Zuschnitt und Nähen, damit Fehler früh auffallen.
  • AQL-2.5-Endkontrolle vor dem Versand, mit Prüfbericht zu jeder Bestellung.
  • Verzollte Lieferung (DDP) nach Deutschland und Österreich – Fracht, Zollabfertigung und Zoll sind geregelt.
SCHRITT 8

Launch und Nachbestellung

Der Launch ist der Anfang, nicht das Ende. Werten Sie aus, welche Modelle, Farben und Größen sich verkaufen, und bestellen Sie gezielt nach. Das freigegebene Produktionsmuster bleibt dabei die Referenz, damit jede Nachbestellung der ersten Serie entspricht. Mehrere kleine Drops halten den Bestand schlank.

Alternativ ohne eigenes Design starten: Private Label Kleidung. Überblick über unsere Produktion: Kleidung herstellen lassen.

FAQ

Häufige Fragen zur Gründung einer Modemarke

Wie viel Startkapital brauche ich für eine eigene Modemarke?

Das hängt von der Zahl der Modelle, dem Stoff, der Veredelung, der Stückzahl und Ihren Ausgaben für Marke, Fotos und Shop ab. Planen Sie neben der Produktion auch Muster, Etiketten, Verpackung und einen Puffer ein. Für die Produktionskosten erhalten Sie von uns innerhalb eines Werktags ein aufgeschlüsseltes Angebot.

Brauche ich ein Gewerbe, um Kleidung zu verkaufen?

Wer in Deutschland regelmäßig und mit Gewinnabsicht Kleidung verkauft, muss in der Regel ein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Ob ein Einzelunternehmen oder zum Beispiel eine GmbH oder UG passt, besprechen Sie am besten mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

Muss ich meinen Markennamen schützen lassen?

Gesetzlich vorgeschrieben ist es nicht, aber empfehlenswert. Eine deutsche Marke melden Sie beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) an, eine Unionsmarke für die gesamte EU beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Prüfen Sie vorher, ob es ähnliche Marken schon gibt.

Wie viele Modelle sollte meine erste Kollektion haben?

Lieber wenige Modelle, die sitzen, als eine große Kollektion mit Kompromissen. Viele Marken starten mit wenigen Kernteilen, etwa einem Hoodie und einem T-Shirt, in ein oder zwei Farben. Bei uns sind das je Modell ab 50 Stück.

Was ist ein Tech Pack und brauche ich eines?

Ein Tech Pack ist die technische Bauanleitung Ihres Kleidungsstücks, meist 8 bis 20 Seiten mit Zeichnungen, Materialliste, Verarbeitung, Maßtabelle mit Gradierung, Farbvarianten, Pflegehinweisen und Verpackung. Für eine eigene Produktion brauchen Sie eines. Wir erstellen es aus Ihrer Skizze in 7 Tagen.

Bereit für Ihre erste Kollektion?

Tech Pack, Muster und Produktion ab 50 Stück pro Modell.

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Erst das Tech Pack? Siehe Tech-Pack-Erstellung (Englisch) →
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